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1 Übersicht über aktuelle Planungsannahmen
Datengrundlagen und Modelle
Die Modelle werden regelmäßig überprüft und verfeinert. Daten werden vierteljährlich aktualisiert. Die hier dargestellten Planungsannahmen gelten im 1 Quartal 2026.
| Parameter | Modell | nominal | real |
| Inflation | ⅓ historisch + ⅓ break-even + ⅓ Inflationsziel EZB | 2,25% | - |
| Wachstumsrate Einkommen | historisch | 3,00% | 0,75% |
| Wachstumsrate Rentenwert | Einkommen - Demographie + Inflation | 2,50% | 0,25% |
| Rendite Anleihen | ½ 10-jährige + ½ 30-jährige Bundesanleihe | 2,50% | 0,25% |
| Rendite Aktien | ½ 1 / CAPE + ½ 1 / fPE + Inflation | 6,50% | 4,25% |
| Sozial |
Fortschreibung | - | - |
| Planungsannahmen im 1 Quartal 2026 | |||
2.1 Inflation
Datengrundlagen und Modelle Teil 1 von 6
Die Schätzung für die langfristige Inflationsrate ist der Mittelwert aus drei Größen: der historischen Inflationsrate, der erwarteten Inflationsrate im Anleihemarkt, sowie dem angepassten Inflationsziel der EZB.
Inflationsrate = ⅓ historische Inflation + ⅓ erwartete Inflation am Anleihemarkt + ⅓ angepasstes Inflationsziel = ⅓ ⋅ 2,16 + ⅓ ⋅ 2,06 + ⅓ ⋅ 2,50 = 2,24
Wir verwenden den harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) für Deutschland als Datengrundlage für die historische Inflationsrate. Er wird monatlich erhoben und etwa drei Wochen nach Monatsende veröffentlicht. Die Bundesbank stellt die Zeitreihe zur Verfügung.
Hieraus berechnen wir die langfristige historische Inflationsrate als geometrische jährliche Wachstumsrate über die letzten 240 Monate.
Die Renditedifferenz der konventionellen Bundesanleihe mit Laufzeit bis Aug 2046 und der inflationsindexierten Anleihe mit Laufzeit bis Apr 2046 ist unsere Schätzung der von Kapitalmarktakteuren erwarteten Inflation ("break-even" Inflationsrate).
Das Ziel der Preisstabilität der EZB wurde im Juli 2021 in seiner operativen Definition angepasst:
The Treaty does not give a precise definition of what is meant by price stability. The ECB's Governing Council, after concluding its strategy review in July 2021, considers that price stability is best maintained by aiming for 2% inflation over the medium term.
Zuvor hatte die EZB ihr Inflationsziel als Inflation "unter, aber nahe, 2%" definiert. Damit liegt das neue Inflationsziel über dem der Vergangenheit.
Die bisherige Bilanz lässt den Schluss zu, dass die EZB Abweichungen von 2% asymmetrisch angeht. Wurden leichte Abweichungen nach unten als Rechtfertigung für Nullzinsen und massive Anleihenkäufe verwendet, werden Abweichungen nach oben weniger restriktiv behandelt. Seit Mitte 2021 betrug die Inflationsrate ca. 4,5% und somit weit über dem neu gesteckten Ziel. Dies müsste konsequenterweise kompensiert werden mit Inflationsraten von deutlich unter 2%, um einen 2%-Schnitt auf mittlere Sicht zu erreichen. Das erscheint bisher nicht in Aussicht und eine Rückkehr der Inflation auf 2% Ende 2025 wurde bisher von der EZB so interpretiert, dass weitere Zinsanpassungen nicht notwendig sind.
Daher setzen wir die dritte Größe der Inflationsprognose, das angepasste Inflationsziel der EZB, auf 2,5%.
2.2 Entwicklung von Einkommen
Datengrundlagen und Modelle Teil 2 von 6
Für die Einkommensentwicklung orientieren wir uns an der historischen realen Entwicklung des Durchschnittsentgelts wie es in der Rentenversicherung verwendet wird. Diese Werte werden in Anlage 1 des SGB VI veröffentlicht, wobei wir vorläufige Werte außen vor lassen.
Wir bereinigen diese um die Inflation indem wir den HVPI zum jeweiligen Jahresende heranziehen.
Den realen Anstieg des Durchschnittsentgelts über 20 Jahre wandeln wir anschließend in eine jährliche Wachstumsrate um. Durch Addition der Inflationsprognose erhalten wir die Prognose für die zukünftige allgemeine Einkommensentwicklung.
oder eher Reallohnindex von DESTATIS https://www-genesis.destatis.de/datenbank/online/statistic/62361/table/62361-0020
Einkommensentwicklung = reale jährliche Einkommensentwicklung seit 2004 + Inflationsprognose = 47.085 / 29.060 ⋅ 130,2 / 84,8 + Inflationsprognose = 0,27% + 2,24% = 2,51
2.3 Entwicklung der Gesetzlichen Rente
Datengrundlagen und Modelle Teil 3 von 6
Bei der Entwicklung der Rente gehen wir von den aktuell geltenden gesetzlichen Regelungen aus. Demnach wird der Rentenwert gemäß der Rentenanpassungsformel fortgeschrieben. Die beiden wesentlichen Faktoren sind dabei der Bruttolohnfaktor und der Nachhaltigkeitsfaktor.
Der Bruttolohnfaktor führt dazu, dass der Rentenwert mit der Entwicklung des Durchschnittseinkommens steigt. Wir setzen hier den obigen Wert an.
Der Nachhaltigkeitsfaktor dämpft diese Anpassung, wenn das Verhältnis von Rentnern und Beitragszahlern steigt. Der in dieser Form im Jahr 2005 eingeführte Nachhaltigkeitsfaktor wurde faktisch von 2019 bis 2031 ausgesetzt ("Haltelinie"). Wir berücksichtigen dies, dass wir den Rentenwert bis 2031 in gleichem Maße ansteigen lassen wie die Bruttolöhne, den Nachhaltigkeitsfaktor anschließend jedoch gemäß der aktuell geltenden Regelungen und der mittleren Bevölkerungsprognose wirken lassen. Dies wirkt gegensätzlich auf die Beitragssätze zur gesetlichen Rentenversicherung, siehe unten.
Für den Zeitraum 2031 bis 2050 dämpft der Nachhhaltigkeitsfaktor die Rentenanpassung um 0,50%, anschließend um 0,25%.
Rentenwertanpassung (bis 2031) = Einkommensentwicklung = 2,51 Rentenwertanpassung (2032-2050) = Einkommensentwicklung - Nachhaltigkeitsfaktor (2032-2050) = 2,51 - 0,50 = 2,01 Rentenwertanpassung (ab 2050) = Einkommensentwicklung - Nachhaltigkeitsfaktor (ab 2050) = 2,51 - 0,25 = 2,26
2.4 Anleiherenditen
Datengrundlagen und Modelle Teil 4 von 6
Für die langfristige nominale Rendite von (Staats-)Anleihen setzen wir den Mittelwert der aktuellen Renditen für 10-jährige und 30-jährige Bundesanleihen an.
Erwartete Rendite Anleihen = ½ Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe + ½ Rendite der 30-jährigen Bundesanleihe = ½ ⋅ 2,87 + ½ ⋅ 3,49% = 3,18
2.5 Aktienrenditen
Datengrundlagen und Modelle Teil 5 von 6
Langfristige Renditeerwartungen für Aktien reflektieren aktuelle Bewertungen. Dazu wird das CAPE (auch "Shiller-KGV") verwendet, dass u.a. monatlich von Barclays für die wichtigsten Aktienmärkte herausgegeben wird. Wir betrachten die Märkte der Vereinigten Staaten (US), Europa (EU) und Japan (JP), die gemeinsam etwa 95% der Marktkapitalisierung aller entwickelten Finanzmärkte darstellen.
Dies wird mit dem Forward-P/E Verhältnis (dem Kurs-Gewinn-Verhältnis basierend auf den für das kommende Geschäftsjahr erwarteten Gewinne) kombiniert und gemäß den aktuellen Ländergewichten in globalen markt
Um eine nominale Rendite zu erhalten addieren wir die Erwartete Inflation.
Erwartete reale Rendite Aktien je Region = (½ (1 / CAPE ) ⋅ ½ (1 / FPE )) Erwartete reale Rendite Aktien = Gewicht US ⋅ Erwartete reale Rendite US + Gewicht EU ⋅ Erwartete reale Rendite EU + Gewicht JP ⋅ Erwartete reale Rendite JP = 0,76 ⋅ (½ 2,56 ⋅ ½ 4,44) + 0,18 ⋅ (½ 4,55 ⋅ ½ 6,58) + 0,06 ⋅ (½ 3,79 ⋅ ½ 6,06) ≈ 4,00 Erwartete Rendite Aktien = Erwartete reale Rendite Aktien + Inflationsprognose = 4,00 + 2,25 = 6,25
2.6 Sozialversicherungsbeiträge & Steuern
Datengrundlagen und Modelle Teil 6 von 6
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